Reisen

Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt.

Schon als Jugendlicher haben mich diese Worte Buddhas inspiriert, haben mich neugierig werden lassen und verlasst, meine Neugier durch Reisen in Bildern auszudrücken. … “s’exprimer plus fortement” (sich stärker ausdrücken können), verlangte P. Gangruin am Anfang des letzten Jahrhunderts, auch die Künstlervereinigung die Brücke oder der blaue Reiter und die deutschen Expressionisten entwickelten die Malererei und die Grafik, vor allem den Holzschnitt, weiter, um damit fast aggressive Wirkungen zu erreichen, expressiv – ausdrucksstark, um den eigenen Gefühlen nachzugeben und nachzugehen.

Sie glaubten an die Aussagekraft von Form und Farbe, waren überzeugt von der Doppelgattung der Linie, der Fläche, nämlich sowohl die Dinge zu beschreiben als auch den inneren Zustand des Darstellenden mitzuteilen… also teile ich mich mit, denn ich folge dieser Auffassung noch immer. Doch alle Sorten bildnerischen Tuns sind offen für das Eindringen von neuen Vorstellungen und Herstellungsprozessen, die man im damaligen Verständnis ohne Bedenken als “außerkünstlerisch” bezeichnet hätte (nicht zu verwechseln mit dem Begriff “entartet”.

Die Vielheit der heute einsetzbaren Macharten, d.h. auch neuer Produktionsvorgänge zur Erstellung von Kunst haben den Blick zwar erweitert, lssen aber den Begriff der GRafik und der Malerei in einem anderen Licht erscheinen… oder in gar keinem Licht mehr. Man könnte vielleicht sagen, dass es bei der Grafik nicht anders als beim gemalten Tafelbild zugeht: bei beiden ist denkbar, dass sie als reine Gattungen schon bald historisch sind oder bald sein werden. Es ist denkbar, aber es braucht nicht so zu sein!

In diesem Sinne möchte ich erinnern an einen großen Meister des Holzschnittes, den Japaer Katsushika Hokusai und seine denkwürdigen Worte:

Schon mit sechs Jahren war ich davon besessen, die Form der Dinge zu skizzieren. Nach meinem 50. Lebensjahr mache ich eine Reihe von Grafiken, aber alles, was ich vor meiem 70. produziert habe, ist der Rede nicht wert. Im Alter von 73 lernte ich schließlich etwas über die wahre Natur von Tieren, Insekten, Fischen und über das Wesen der Pflanzen und Bäume.. Deshalb werde ich im Alter von 86 wohl mehr und mehr Fortschritte erzielt haben, mit 90 werde ich dann nch tiefer in die Bedeutung der Kunst eingestiegen sein. Im Alter von 100 werde ich einen exzellente Rang erreicht haben, und mit 110 werden jeder Punkt, jede Linie und Fläche ein eigenes Leben haben. Ich hoffe nur, dass einige LEute so alt werden, um den Wahrheitsgehalt meiner Worte zu erkennen. (Katsushika Hokusai (1760-1849)

Obwohl Hokusai dies hohe Alter verwehrt blieb, hat er unzählige Künstler in aller Welt beeinflusst, natürlich auch mich – und ich kann nur hoffen, dass auch ich mit meinen Bildern, Grafiken und Reise-Impressionen gelegentlich Menschen ansreche.

Viel Vergnügen